Endlich Wachstum? Der neue AllBright Bericht 2026 ist da

Endlich Wachstum? DAX-Unternehmen kommen wieder voran beim Frauenanteil im Top-Management

Nach der Stagnation der vergangenen zwei Jahre verzeichnen die 40 großen DAX-Konzerne endlich wieder einen Zuwachs beim Frauenanteil in den Vorständen. Er liegt nun bei 28,5 Prozent und wenn die Unternehmen das Tempo der letzten zwölf Monate beibehalten, können sie in acht Jahren Parität erreichen. Bei den mittleren und kleineren Börsenunternehmen und in der Autoindustrie ist der Frauenanteil im Top-Management allerdings deutlich niedriger, dort wächst er zurzeit kaum oder gar nicht.

Adidas, Allianz, Beiersdorf, Commerzbank, E.ON, Hochtief, MTU Aero Engines, Siemens Healthineers, Vonovia und Zalando: Am 1. September 2026 hat jedes vierte DAX-Unternehmen einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent im Vorstand und damit ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern. Sie rekrutieren mehr Frauen und verlieren weniger Frauen als die mittleren und kleineren Börsenunternehmen, im Durchschnitt beträgt der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-Unternehmen nun 28,5 Prozent.

Zwar ist in Großbritannien (34,6 Prozent), Frankreich (31,5 Prozent) und den USA (30,7 Prozent) der Frauenanteil im Top-Management der 40 größten Unternehmen noch immer teils deutlich höher als bei den DAX-Unternehmen. Zum ersten Mal ist aber das Wachstum bei den 40 DAX-Konzernen (+ 2,8 Prozentpunkte) größer als in den Unternehmen der Vergleichsländer und sie können etwas aufholen.

Tatsächlich könnten die DAX-Konzerne aber noch weiter sein, würde nicht die Automobilindustrie die Entwicklung bremsen. Am 1. September haben fast alle im DAX notierten Automobilhersteller – BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen – nur je eine Frau in den teils sehr großen Vorstandsteams (Porsche und Traton sind nicht im DAX notiert, aber auch dort gibt es nur je eine Frau). Einzige positive Ausnahme der Branche ist Daimler Truck mit einer weiblichen CEO und seit 1. Oktober drei Frauen im Vorstand.

Auch die kleineren und mittleren Unternehmen in MDAX und SDAX hinken deutlich hinterher: Die Firmen im MDAX erreichen nur 19,1 Prozent Frauenanteil im Vorstand, im SDAX ist der Anteil mit 14 Prozent nicht einmal halb so hoch wie in den großen DAX-Konzernen. Von den 58 Unternehmen, die noch immer keine Frau im obersten Führungsteam haben, sind 57 in MDAX oder SDAX notiert.

„In den letzten zehn Jahren hat sich vor allem bei den Großkonzernen einiges bewegt. Sie haben sich am stärksten um weibliche Führungskräfte bemüht und eine vergleichsweise gute „Pipeline“ mit weiblichem Führungspersonal aufgebaut. Wenn sie jetzt am fortschrittlichen Kurs festhalten, können sie recht bald Parität im Top-Management erreichen. Dass aber kleinere Unternehmen und die Autoindustrie bei der Modernisierung der Führungsstrukturen immer noch nicht mitziehen, ist beunruhigend“, kommentieren die Geschäftsführenden der AllBright Stiftung Wiebke Ankersen und Christian Berg. „So lässt ein dringend nötiges Signal der Veränderungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt weiter auf sich warten.“

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Alexandra Seifert