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FAKTEN

… ODER: WARUM UNSERE ARBEIT GEBRAUCHT WIRD

Frauen sind in den Führungspositionen in der deutschen wie auch in der schwedischen Wirtschaft deutlich unterrepräsentiert. Mehr als 50 Prozent der Hochschulabsolventen in Deutschland und Schweden sind Frauen. Seit 2012 gibt es in Deutschland mehr weibliche Absolventen in Betriebswirtschaftslehre als männliche. Der Anteil an Führungspositionen in der Wirtschaft liegt jedoch weit darunter, in Deutschland sogar dramatisch weit, wie die Zahlen der börsennotierten Unternehmen in beiden Ländern zeigen:

Frauenanteil in den Führungsgremien der Börsenunternehmen im August 2018 (Schweden) und in Deutschland (September 2018) und die Entwicklung seit dem Vorjahr in Prozentpunkten. Aus:  Die Macht der Monokultur , 2018.

Frauenanteil in den Führungsgremien der Börsenunternehmen im August 2018 (Schweden) und in Deutschland (September 2018) und die Entwicklung seit dem Vorjahr in Prozentpunkten. Aus: Die Macht der Monokultur, 2018.

Entscheidende Machtpositionen sind männlich besetzt

Die Machtpositionen innerhalb der Unternehmen sind sehr ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. Insbesondere die Personalauswahl für die obersten Managementebenen, bei der Aufsichtsratsvorsitz, Vorstandsvorsitz und Besetzungsausschüsse in den Aufsichtsräten die zentrale Rolle spielen, liegt fast ausschließlich in männlicher Hand. Generell gilt: Je höher die Position, desto weniger Frauen sind vertreten (Die Macht hinter den Kulissen, 2019)

 
Verteilung der Machtpositionen in den Unternehmen:  Anteile von Männern und Frauen in den Aufsichtsrats- und Vorstandspositionen der 160 deutschen Börsenunternehmen am 1. Februar 2019. Aus:  Die Macht hinter den Kulissen , 2019.

Verteilung der Machtpositionen in den Unternehmen: Anteile von Männern und Frauen in den Aufsichtsrats- und Vorstandspositionen der 160 deutschen Börsenunternehmen am 1. Februar 2019. Aus: Die Macht hinter den Kulissen, 2019.

 

Männer rekrutieren Männer, die ihnen ähnlich sind

Die Vorstände der an der Frankfurter Börse notierten Unternehmen sind extrem homogen und stark von einem „Thomas-Kreislauf“ geprägt: Im Oktober 2018 bestehen diese Vorstände zu 92 Prozent aus Männern (AllBright Bericht Die Macht der Monokultur). Diese Männer wiederum sind sich in Alter, Herkunft und Ausbildung sehr ähnlich - deutsche Unternehmensführer umgeben sich vorzugsweise mit Spiegelbildern ihrer selbst, Frauen fallen fast vollständig durchs Raster.

 
Das durchschnittliche Vorstandsmitglied heißt Thomas, ist 1963 geboren, in Westdeutschland ausgebildet und Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur. ( Die Macht hinter den Kulissen , 2019)

Das durchschnittliche Vorstandsmitglied heißt Thomas, ist 1963 geboren, in Westdeutschland ausgebildet und Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur. (Die Macht hinter den Kulissen, 2019)

 


Thomas rekrutiert Thomas und der wieder einen Thomas, der ihm sehr ähnlich ist. Knapp 5 Prozent der Vorstandsvorsitzenden heißen Thomas, und es gibt im September 2018 mehr Vorstandsmitglieder, die Thomas oder Michael heißen (60), als es insgesamt Frauen in den Vorständen gibt (56). Weitere Informationen und Fakten zu diesem Mechanismus finden Sie in den AllBright Berichten.

Nicht nur in Geschlecht und Nationalität, auch in Alter, Herkunft und Ausbildung entsprechen die neu rekrutierten Vorstandsmitglieder der  „Thomas-Schablone“  und sind nahezu exakte Spiegelbilder der bestehenden Vorstände. Die einzige Veränderung: sie werden internationaler.

Nicht nur in Geschlecht und Nationalität, auch in Alter, Herkunft und Ausbildung entsprechen die neu rekrutierten Vorstandsmitglieder der „Thomas-Schablone“ und sind nahezu exakte Spiegelbilder der bestehenden Vorstände. Die einzige Veränderung: sie werden internationaler.